
Der Begriff des Coaching stammt aus den USA. In den 70er Jahren wurde
Coaching dort ursprünglich als Methode entwickelt, um die Leistung
von Spitzensportlern zu verbessern. Diese Betreuung umfasste zum ersten
Mal auch die psychologische Betreuung.
Der Schwerpunkt im Coaching liegt in einer zielorientierten Begleitarbeit,
in der der Coach gegenwarts- und zukunftsorientiert arbeitet, ohne in
den persönlichen Geschichten in der Vergangenheit zu wühlen.
Coaching kann bei inneren oder äußeren Problemsituationen
bzw. bei privaten oder beruflichen Schwierigkeiten, die mit den eigenen
Einstellungen, Fähigkeiten oder Fertigkeiten nicht mehr oder nicht
adäquat bewältigt werden können, in Anspruch genommen
werden. Diese anteilnehmende und spezifisch qualifizierte Hilfe kann
folgende Bereiche umfassen: Wiederherstellung von Kommunikations-, Handlungs-
und Entscheidungskompetenz, (Wieder-) Erlangung beruflicher Schlüsselqualifikationen,
Fähigkeit zur Selbstorganisation, Konfliktfähigkeit, Frustrationstoleranz,
Selbstbehauptungs-vermögen, Führungs- bzw. Teamfähigkeit,
Arbeits- bzw, Lernmotivation, Kreativität und Fähigkeit zum
komplexen (vernetzten) Denken.
Im Mittelpunkt steht der Klient und sein Expertentum in Bezug auf seine
Lebensgestaltung. Der Coach verzichtet auf jegliche Kontrolle über
den Klienten. Jeder Mensch hat eine Tendenz, sich selbst zu aktualisieren
( Selbstaktualisierungstendenz , Rogers 1974), das heißt, er hat
einen Drang nach Expansion, Ausdehnung, Entwicklung und Reife, die Tendenz,
alle Kapazitäten des Organismus oder des Selbst zum Ausdruck zu
bringen und zu aktivieren. Weiters kommt dem Coach die Aufgabe zu, die
Bedingungen dafür zu schaffen, dass mittels „Spiegeln“
der Klientenäußerungen ein Feedback gelingt, das den Klienten
mehr Offenheit und Reflexion ermöglicht, um unabhängig und
selbstverantwortlich mit einem Problem fertig zu werden ( Rogers 1974).
Im Gegensatz zu einem Therapeuten fühlt sich ein Coach mitverantwortlich
für die Veränderung. Der Coach gibt keine Ratschläge
oder bietet Patentrezepte an, da diese die vorhandenen Probleme eher
zudecken, als dass sie den Klienten in seiner Tendenz sich selbst zu
aktualisieren, unterstützen. Coaching ist oft von freundschaftlichen
Beziehungen verbunden, dennoch bleibt die professionelle Distanz aufrecht.
Ein guter Coach zeichnet sich durch Lebenserfahrung, starke Persönlichkeit,
inneres Gleichgewicht, Motivationsfähigkeit, Provokationsfähigkeit,
Mut, Integrationsfähigket, psychisches Geschick. Durchsetzungsvermögen,
Standfestigkeit, fachliches Know How und interdisziplinäre Qualifikation
(aus Butzko 1993, S56) aus.
